Mehr Klarheit am Boden
Flughafen Kopenhagen, Flughafen Melbourne
Zusammenfassung
Klare und konsistente visuelle Hilfsmittel sowie intuitive Bezeichnungssysteme sind entscheidend für einen sicheren und effizienten Flugplatzbetrieb. Sie tragen wesentlich dazu bei, die kognitive Belastung von Pilotinnen und Piloten sowie Bodenpersonal zu reduzieren, insbesondere unter Zeitdruck oder bei eingeschränkten Sichtverhältnissen.
Insbesondere im Zuge von Infrastrukturänderungen, etwa bei der Umbenennung von Rollwegen oder der Erweiterung von Vorfeldern, können Unstimmigkeiten oder unnötige Komplexität bei der Bezeichnung von Bewegungsflächen und den zugehörigen visuellen Hilfen zu Verwirrung, Unsicherheit bei Entscheidungen, einem erhöhten Bedarf an Funkabstimmungen und Navigationsfehlern führen. Die Folgen sind häufig betriebliche Einschränkungen und erhöhte Sicherheitsrisiken.
Die Einhaltung regulatorischer Anforderungen für Bezeichnungssysteme und visuelle Hilfen bildet zwar die Grundlage, garantiert jedoch nicht automatisch Klarheit oder Sicherheit. Betriebliche Komplexität, Human Factors sowie veränderte Ereignismuster können Risiken aufzeigen, die auch unabhängig von größeren Infrastrukturmaßnahmen eine Überprüfung erforderlich machen.
airsight unterstützte den Flughafen Melbourne und den Flughafen Kopenhagen mit umfassenden Überprüfungen der visuellen Hilfsmittel auf den Bewegungsflächen sowie mit Bewertungen zukunftsfähiger Bezeichnungssysteme. Ziel war es, praxisnahe und skalierbare Verbesserungen umzusetzen, ohne den laufenden Betrieb unnötig zu beeinträchtigen.

Ausgangssituation und Herausforderungen
Moderne Flughäfen entwickeln sich kontinuierlich weiter: Terminals werden erweitert, neue Standplätze entstehen und Rollwegnetze wachsen oder werden an veränderte Kapazitätsanforderungen und Flottenstrukturen angepasst. Mit jeder Veränderung müssen die Bezeichnungssysteme für Rollwege, Rollgassen, Standplätze und Haltepositionen sowie die zugehörigen visuellen Hilfen wie Beschilderung, Markierungen und Befeuerung unter allen Bedingungen eindeutig und verständlich bleiben.
Die Herausforderung besteht darin, die Anforderungen der ICAO (einschließlich Annex 14), der EASA Certification Specifications sowie nationaler Vorschriften zu erfüllen und gleichzeitig verfügbare Leitlinien und Best Practices anzuwenden, um Lücken dort zu schließen, wo Vorschriften weniger detaillierte Vorgaben machen. Dies betrifft insbesondere Bezeichnungssysteme. Die gewählten Lösungen müssen die Orientierung auf den Bewegungsflächen unterstützen, zukünftiges Wachstum ermöglichen und sich ohne kostspielige spätere Anpassungen in den laufenden Betrieb integrieren lassen.

Unser Ansatz
Der Flughafen Melbourne befindet sich derzeit in einer umfassenden Ausbauphase mit neuen Start- und Landebahn- sowie Rollweginfrastrukturen und einer damit verbundenen Umbenennung von Rollwegen. airsight untersuchte dort mehr als 50 Kreuzungen sowie über 170 Beschilderungen hinsichtlich Konformität, Navigationsqualität und zukünftiger Erweiterungsmöglichkeiten.
Am Flughafen Kopenhagen unterstützte airsight eine umfassende Umbenennung von Luftfahrzeugstandplätzen, um Überschneidungen bei Bezeichnungen zu beseitigen und ein intuitives, langfristig tragfähiges Bezeichnungssystem zu etablieren.
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen setzte airsight eine umfassende Review-Methodik ein:
Regulatorische Überprüfung: Abgleich mit internationalen und nationalen Vorschriften, um Konformität und die Anwendung relevanter Leitlinien sicherzustellen, unter Berücksichtigung standortspezifischer Rahmenbedingungen.
Betriebliche Analyse:
Validierung der Lösungen anhand lokaler Verkehrsströme, Flugverkehrskontrollphraseologie, Verfahren und betrieblicher Abläufe, um Mehrdeutigkeiten an komplexen Kreuzungen, stark frequentierten Bereichen, Hotspots und Funkübergabepunkten zu reduzieren. Dabei werden vorhandene Masterpläne sowie wahrscheinliche zukünftige Erweiterungen, beispielsweise neue Infrastruktur oder zusätzliche Rollrouten, berücksichtigt, sodass heute getroffene Entscheidungen keine kostspieligen und betrieblich störenden Anpassungen in der Zukunft erforderlich machen.
Benchmarking und Best Practices: Vergleich der Bezeichnungslogik mit ähnlichen internationalen Flughäfen sowie bewährten Branchenstandards, um erfolgreiche Ansätze zu identifizieren und potenzielle Schwachstellen zu vermeiden.
Erweiterte Visualisierung und Simulation:
- 2D-Layoutanalysen zur Überprüfung von Konsistenz und regulatorischer Konformität.
- 3D-Simulationen aus der Cockpitperspektive zur Bewertung von Lesbarkeit, Positionierung und Nutzbarkeit, bevor Investitionen in neue Beschilderungen oder umfangreiche Markierungsmaßnahmen erfolgen.
Human Factors und Funkverständlichkeit:
Der Mensch steht im Mittelpunkt: Ziel ist es, die Verständlichkeit der Infrastruktur am Boden, auf Karten und im Funkverkehr zu verbessern.
airsight analysiert mentale Orientierungsmuster, Mustererkennung und sprachliche Aspekte und identifiziert mögliche Verwechslungsrisiken aufgrund ähnlich aussehender oder ähnlich klingender Bezeichnungen. Dadurch werden intuitive Beezeichnungssysteme für Flugverkehrskontrolle, Besatzungen und Fahrzeugführende geschaffen. Missverständnisse zwischen verschiedenen Sprachen sowie Fehlinterpretationen im Funkverkehr oder Cockpit werden dadurch reduziert.
Einbindung relevanter Stakeholder: Gezielte Workshops stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen praxisnah, von den relevanten Stakeholdern akzeptiert und mit den jeweiligen Umsetzungsplänen abgestimmt sind.

Ergebnis
airsight bietet unter anderem folgende Leistungen an:
Bewertung visueller Hilfsmittel: Konformitätsprüfungen und Bewertungen der Orientierung und Führung am Boden mithilfe von 2D-Visualisierungen und 3D-Simulationen aus der Cockpitperspektive.
Beratung zu Bezeichnungssystemen: Entwicklung von Bewertungskriterien, Benchmarking sowie Integration in bestehende Masterplanstrategien.
Unterstützung bei der Umsetzung: Anwendung von Change-Management-Prinzipien, Schulungskonzepten und stufenweisen Implementierungsplänen, die mit laufenden Projekten abgestimmt werden, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.
Die Ergebnisse umfassen gezielte Optimierungsprogramme für Beschilderung, Markierungen und Befeuerung sowie konsistente Benennungsstrukturen, die die Orientierung auf den Bewegungsflächen verbessern, Mehrdeutigkeiten reduzieren und zukünftiges Wachstum unterstützen.
Wo mehrere Lösungsoptionen bestehen, führt airsight Mehrkriterienbewertungen durch, beispielsweise hinsichtlich Skalierbarkeit oder Umsetzungsaufwand, um die effektivste Lösung auszuwählen.
Warum airsight?
Durch die Kombination aus regulatorischer Expertise, operativer Erfahrung, Human-Factors-Kompetenz und fortschrittlichen Simulationsmöglichkeiten entwickelt airsight Lösungen, die konform, intuitiv und zukunftssicher sind.
Unsere Teams haben Flughäfen weltweit bei Umbenennungsprogrammen, Vorfeldentwicklungen und komplexen Umgestaltungen von Rollwegnetzen unterstützt. Dabei stehen Sicherheit und Betrieb stets im Mittelpunkt.
Kontaktieren Sie uns
Planen Sie die Umbenennung von Rollwegen, eine Vorfelderweiterung oder die Neustrukturierung von Standplatzbezeichnungen? Haben Sie Sicherheitsereignisse wie Runway Incursions oder Taxiway Incursions erlebt, die mit der Qualität der Bodenführung zusammenhängen?
Wir unterstützen Sie dabei, Mehrdeutigkeiten zu reduzieren, Verbesserungen effizient umzusetzen und Ihre Infrastruktur zukunftssicher zu gestalten – bei minimalen Auswirkungen auf den laufenden Betrieb.
Kontaktieren Sie uns, um eine individuelle Bewertung zu besprechen oder zu erfahren, wie unser simulationsgestützter Ansatz sichere, regelkonforme und kosteneffiziente Verbesserungen der Boden-Navigation unterstützen kann.
Key Facts
![[Translate to Deutsch:] Jan Walther - Head of Safety Department - airsight GmbH Jan Walther](/fileadmin/airsight/contacts/jan-walther-airsight-safety.jpg)


